
Castanika, das in einem felsigen Tal entlang der Ostküste Aruns eingebettet ist, ist das dunkle Herz der Castanerklans. Die dunkle Stadt ist kleiner und hat weniger Einwohner als Velika und strotzt vor unbändiger, leidenschaftlicher Energie. Gut und Böse sind Ideen, die bei einem Würzwein diskutiert werden, und nicht Dinge, um die gehandelt wird. Castaner arbeiten hart und halten ihr Wort, aber sie sind auch die Ersten, die das Fass anzapfen und sich die Kleider vom Leib reißen und tanzen. In Castanika kann man alles finden – wenn der Preis stimmt.
Leuchtende, rote Schilder und rätselhafte Projektionen lockern die Düsternis, die über der Stadt hängt, zumindest ein wenig auf. Seltsame Glyphen schweben in der Luft, purpurne Kuppeln und Türme schimmern über den Dächern und die heilige Umhüllte Rose begrüßt Besucher am südlichen Tor. Ganz in der Nähe dominiert ein grelles Arkanaskulpt eines castanischen Zerstörers den Horizont.
Castanika ist keine Stadt für Vornehme. Ihr wildes, dunkles Antlitz kann, ganz wie seine Einwohner, abschreckend wirken, doch unter dieser Oberfläche liegt eine raue Schönheit. Castaner sind schlau, genusssüchtig, unabhängig und belastbar, was sich auch in der Gestaltung der Stadt widerspiegelt. Die dornige Architektur, die dunklen Metallarbeiten und die anregende purpurne Beleuchtung kennzeichnen den unglaublich schmalen Grat zwischen Schönheit und Gefahr.
Geschichte
Der Ursprung der Castaner liegt in den Stämmen der Devaner, die für ihre Fertigungsfähigkeiten berühmt sind. Die Geisterbeschwörungsverbrechen von Zuras machten die Angehörigen des Klans krank, daher flohen sie aus Arun und machten sich auf den Weg nach Shara. Unter dem Schutz des Dämonengottes Lok blühten sie auf. Die Rolle, die sie vor mehreren Generationen bei Balders Tod gespielt hatten, machte sie jedoch zu Ausgestoßenen bei allen außer den Amani. Aufgebrachte Priester verlangten ihr Opfer, viele von ihnen zahlten sogar exorbitante Belohnungen an Kopfgeldjäger, die Jagd auf das kleine Volk machten. Die Castaner flohen aus ihrer alten Hauptstadt, Deva Victrix, und begaben sich auf die lange Reise zurück nach Arun. Vor relativ kurzer Zeit erreichte der Klan die drückend heißen Dschungel der Ostküste und wagte einen Neubeginn.
Ein Zerstörer namens Callida fand das perfekte Tal für ihr neues Zuhause. Es ließ sich leicht verteidigen, sodass der Klan nicht mehr fliehen musste, war dennoch groß genug und bot den Bewohnern etwas Platz zum Atmen, ein wichtiger Faktor für dieses leidenschaftliche, feurige Volk. Der Klan stürzte sich in die Bauarbeiten: Tunnel wurden in die Berge geschlagen, große Schmieden schmolzen Metalle für den Bau und Arkanisten arbeiteten Tag und Nacht, um der Stadt den beruhigenden purpurnen Schimmer zu verleihen, den die Castaner so mögen.
Innerhalb einer Generation entstand aus kaltgeschmiedeten Metallen und sorgsam bearbeitetem Stein eine Stadt von mysteriöser Schönheit. Lediglich die Tatsache, dass sie von oben ungeschützt waren, störte die Castaner, da sie es vorzogen, im Geheimen zu arbeiten. Die Arkanisten schlossen sich zusammen und umhüllten die Stadt für immer mit einem dunklen, trüben und doch angenehmen Nebel. Sicher in seinem neuen Kokon eingenistet, machte sich der Klan daran, seine neue Zukunft in Arun zu gestalten.
Krieg der Rose
Die neuen Siedler blieben nicht unbemerkt. Einzigartige Waffen und noch außergewöhnlichere Frauen lockten benachbarte Sklavenhändlersyndikate und Piraten in die Stadt. Die Aussicht auf solch reiche Beute machte die Stadt zusammen mit ihren strategischen Vorteilen zu einem unwiderstehlichen Ziel. Die Banditen wollten sie für sich einnehmen. Als die Gefechte begannen, wurde den Eindringlingen schnell klar, wie leicht die Stadt tatsächlich zu verteidigen war. Es gab immer mehr Opfer auf Seiten der Piraten und Sklavenhändler, wohingegen die Castaner nur wenige verzeichneten, und Castanika uneinnehmbar blieb.
Wütend suchten die Piraten Hilfe bei den Dämonen und Abscheulichkeiten der Fyrkuppe. Ein bestimmter Dämonenlord, Immoltarus, wusste von den Castanern und wollte ihre Fähigkeiten für seine eigenen niederträchtigen Zwecke nutzen. Es wurde eine Vereinbarung getroffen: Die Dämonen würden die Castaner bekommen, während den Piraten die Stadt gehören würde. Zweitausend Dämonen, Piraten und Sklavenhändler marschierten nach Castanika, wo die Castaner ihnen mit nur dreihundert Soldaten entgegentraten.
Immoltarus führte den Angriff an, bei dem die erste Verteidigungslinie zerschlagen wurde. Die Castaner zogen sich in ihre Tunnel zurück, Stück für blutiges Stück. Die Berge bebten vor arkaner Macht und ließen die Schreie der Verwundeten widerhallen. Langsam aber sicher drängten die Dämonen die Castaner zurück, bis sie sich unter dem Brückenbogen der Umhüllten Rose versammelten. In den Straßen sammelte sich das Blut, Feuer und Zerstörung hämmerten auf den Bogen ein, aber die Castaner hielten die Stellung. Drei aufreibende Tage lang kämpften die Castaner gegen die Eindringlinge, bis sich das Blatt plötzlich wendete. Drei Zauberer zerschlugen Immoltarus' magische Verteidigung und der Dämon wurde verwundbar. Callida führte den Angriff an und erschlug den feurigen Erzfeind. Als die Castaner zum Gegenschlag ausholten, ließen die übrigen Dämonen ihre sterblichen Verbündeten im Stich. Callidas Angriff bereitete den Weg für die Niederlage der Sklavenhändler und die Castaner ließen tausende Köpfe rollen. Über Jahrzehnte hinweg waren die Schädel als Warnung am Wegesrand in Richtung Castanika zu finden.
Castanika heute
Das heutige Castanika ist bekannt als eine Stadt, in der alles erlaubt ist. Die Föderation ist ein wesentlicher Bestandteil der Stadt und ihrer Regierung, hält sich jedoch aus vielen Dingen heraus. Jeder Bürger Castanikas ist sein eigener Herr, während andere Völker mit Abgesandten und Bediensteten der Föderation zusammenarbeiten, um Geschäfte in Castanika zu betreiben. Hier ist die Faustregel für Gasthändler: "Mache Geschäfte mit Castanern und ziehe den Kürzeren. Mache Geschäfte mit der Föderation und sie wird den Kürzeren gegen die Castaner ziehen." In allen anderen Belangen sind die gewitzten Händler Castanikas jedoch hoch angesehen.
Da die meisten Handwerker anderswo angestellt sind, florieren hier neue Gewerbe. In der Stadt gibt es nahezu keine Priester, was den Mystikern ein reges Geschäft beschert, wenn sie ihre Heilerdienste anbieten. Castanische Informationsvermittler und Geheimdienste können in diesen schwierigen Zeiten nicht über die Auftragslage klagen und sind heiß begehrt. Die Valkyon-Föderation macht ausgiebigen Gebrauch von ihren gerissenen Verbündeten: Fast die Hälfte aller Geheimdienstoperationen wird von Castanern geleitet. Auch bei den Kundschaftertruppen kommt ein Drittel der ranghöheren Bediensteten ursprünglich aus Castanika. Dieses behände Volk bringt auch geschickte Bogenschützen und Krieger hervor. Einige der besten Meister der Waffen sind Castaner.
Castanika verbirgt sich zwischen Dunkelheit und Licht. Ungeahnte Möglichkeiten erwarten diejenigen, die genug Mut besitzen, sich auf den Weg zu machen und die Gunst der Stunde zu nutzen. Einige Castaner streben nach Macht und Ruhm – für sich selbst oder für den ganzen Klan. Sie verbünden sich mit jedem, der ihnen nützlich werden könnte . . . oder den sie ausnutzen könnten. Für alle mit Stärke, Verstand und Glück gesegneten bleibt Castanika eine Stadt ungeahnter Möglichkeiten – besonders, was Waren und Dienstleistungen auf dem Schwarzmarkt angeht. Die Händler der Föderation verkaufen ihre Ware in Castanika und erwerben legal Schmuggelware von den feuerhäutigen Händlern.
Piraten und Sklavenhändler, die die Stadt nicht länger als besitzerlose Schatztruhe ansehen, sind die wichtigste Informationsquelle Castanikas. Die Umhüllte Rose glüht weiter und die stolzen Bürger der Stadt nehmen ihren Platz auf der Weltbühne ein.
Informationen
Karte

Media
Screenshots
Quelle: TERA Europe







